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Implantate

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Zähne beschleifen, Klammerprothesen und wacklige Klappergebisse müssen nicht sein!

Moderne Zahnimplantate können helfen, einzelne, mehrere oder alle fehlenden Zähne zu ersetzen oder lockerem Zahnersatz Halt zu geben. Implantate bieten vielfältige Lösungen. Implantate können auch bereits aus ästhetischen Gründen in Betracht kommen.

Vorteile

Schematische Darstellung eines ImplantatsImplantate bieten deutliche Vorteile gegenüber herkömmlichem Zahnersatz: Der Kieferknochen bildet sich nicht zurück, er bleibt stabil erhalten. Kauleistung, Komfort und Ästhetik kommen natürlichen Zahnen am nächsten. Gesunde oder gut erhaltene Zähne müssen nicht beschliffen oder durch Klammern beschädigt werden. Alles sitzt fest, nichts verrutscht oder fällt heraus. Alles ist voll belastbar.

Das Implantat

Ein Implantat ist eine "künstliche Zahnwurzel". Es besteht meist aus einem äußerst gewebefreundlichen Metall, dem Titan, das keine Fremdkörperreaktionen oder Allergien im Gewebe erzeugt. Neuerdings gibt es auch sehr gute Erfolge mit Implantaten aus Zirkonium-Dioxid, einer Hochleistungs-Keramik.

Es gibt verschiedene Formen und Größen. Häufig werden heute Schrauben- oder Zylinderformen angewendet. Der für Sie geeignete Implantattyp wird nach sorgfältiger Vermessungsanalyse Ihrer speziellen Kiefer- und Mundverhältnisse ausgewählt.

Voruntersuchung

Bild eines ImplantatsBevor entschieden werden kann, unter welchen Umständen Implantate bei Ihnen möglich sind, werden Untersuchungen, Befragungen, Röntgenaufnahmen und Auswertungen Ihrer Kieferabdrücke durchgeführt. Diese Untersuchungen und Befragungen betreffen den Zustand Ihrer Mundhöhle und Ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Bei besonderen Fragestellungen sind auch digitale 3-dimensionale Röntgenaufnahmen (z.B Digitales-Volumen-Tomogramm= DVT) empfehlenswert. DVTs erlauben eine räumliche 3D Auswertung und Planung. Beratungen erfolgen dann über die mögliche Implantattherapie und prothetische Alternativen.

Vorbehandlung

Zur Vermeidung von Infektionen bei einer Implantation ist es sinnvoll, die bakterielle Belastung und Besiedlung der Mundhöhle zu reduzieren. Dazu ist eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) mit anschließender Desinfektion am Besten geeignet. Zusätzlich erhalten Sie Anleitung zur einer effektiven Mundhygiene. Entzündungen in der Mundhöhle sowie Zahnfleischbluten oder Parodontitis müssen vorher erfolgreich behandelt werden. Die Mundhöhle sollte entzündungsfrei sein. Unzureichende Knochenstruktur z.B. durch Parodontitis oder längere Zahnlosigkeit kann meist vor oder während der Implantation wieder aufgebaut werden (Augmentation s.u.).

Operationsverfahren

Durch eine örtliche Betäubung ist der Eingriff normalerweise völlig schmerzlos. Eine Vollnarkose ist bei unfangreichen Operationen oder ängstlichen Patienten ebenso möglich. Für aufgeregte Patienten gibt es auch spezielle Medikamente, die beruhigen und die Stimmung aufhellen. Das Zahnfleisch wird im Bereich der Implantation eröffnet. Dann wird mit Bohrern im Kiefer ein Stollen geschaffen, in den das Implantat eingesetzt wird. Nach Bedarf wird das Zahnfleisch vernäht.

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In seltenen Fällen kann sich erst während der Operation zeigen, dass eine unzureichende Knochenstruktur vorliegt. Entweder wird dann ein sofort ein Knochenaufbau (Augmentation) durchgeführt und gleichzeitig implantiert, oder die Implantation wird zu einem späteren Zeitpunkt (wenn der Knochen sich stabilisiert hat) durchgeführt.
Augmentation (Knochenaufbau)
Wenn Knochendefizite vorhanden sind, sollten vor oder beim Einbringen von Implantaten optimale Knochenstrukturen aufgebaut werden (Augmentation). Dafür stehen uns verschiedene Verfahren zur Verfügung z. B.

  • Bonecondensing (Verdichten des Knochens)
  • Bonespreading (Aufdehnen des Knochens)
  • Bonesplitting (Verbreitern des Knochens)
  • Ridge prevention (Lokale Auffüllung nach Zahnextraktion)
  • externen oder internen Sinuslift bei vertikalen Knochendefiziten im Oberkiefer

Materialien:

körpereigene autologe Knochenspäne, synthetische Materialien wie ß-tri-Calciumphosphat, Hydroxylapatit, körpereigene Knochenblöcke zur Transplantation, Collagen-Membran, PTFE-Membran.
Um ein ästhetisches Ergebnis zu erzielen, ist es in manchen Fällen empfehlenswert, auch den Zahnfleischverlauf zu berücksichtigen und ggf. plastisch zu korrigieren (z.B. durch Bindegewebstransplantate).

Einheilung

Bei guter Knochenstabilität dauert die Einheilung 2-4 Monate, dann ist das Implantat vom Knochen integriert worden - es ist eingeheilt. Während dieser Zeit dürfen Sie das Implantat noch nicht belasten und nicht auf dieser Stelle kauen, um eine Einheilung nicht zu gefährden. Wenn der Kieferknochen nur eine geringe Dichte und Stabilität hat, oder der Knochen erst aufgebaut werden muss, verlängert sich die Einheilzeit. Wenn bei guter Knochenqualität das Implantat sofort fest sitzt (gute Primärstabilität), kann es auch sofort mit einer provisorischen Krone versorgt werden, um die Ästhetik wiederherzustellen. Dieses Provisorium hat jedoch keine Kaufunktion, da das Implantat möglichst nicht belastet werden darf. Nach Einheilung des Implantats wird das Provisorium durch eine funktionsfähige Krone ersetzt.

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Mögliche Komplikationen

Den Erfolg der Behandlung und eine absolute Risikofreiheit kann natürlich kein Arzt garantieren. Dies liegt in der Natur der Sache. Die allgemeinen Risiken operativer Eingriffe, wie z.B. Infektionen, Blutungen, Blutergüsse, Schwellungen, Schmerzen sind bei diesem Eingriff aber vergleichsweise gering oder nur kurzfristig, meist aber gut beherrschbar. Bei sorgfältiger Planung sind auch bei Patienten, die gesundheitlich risikobehaftet sind, Implantate unter besonderen Vorkehrungen möglich.
Vereinzelt heilen Implantate oder Knochenaufbauten nicht ein. Sie lockern sich während der Einheilzeit und müssen entfernt, können aber später wiederholt werden. Um das Risiko gering zu halten, sollten unbedingt die Verhaltensregeln nach einem operativen Eingriff und die Vorschriften zur Mundhygiene eingehalten werden. Erhebliche Risikofaktoren sind Rauchen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Parodontitis, Cortison- oder Strahlentherapie, chronische Polyarthritis, unzureichende Mundhygiene.

Erfolgsaussichten

Die Erfolgsquote für die Einheilung von Implantaten liegt bei 95-98%, also wesentlich höher, als bei anderen medizinischen oder zahnmedizinischen Eingriffen.Entscheidenden Einfluss auf den Erfolg der Behandlung hat Ihre Mundhygiene. Nur wenn Sie bereit sind, möglichst nach jeder Mahlzeit Ihre Zähne zu putzen und das Gebiet der Implantation sorgfältig nach Vorschrift zu reinigen, ist ein Dauererfolg möglich. Anderenfalls können sich bakterielle Beläge am Implantat festsetzen, das umliegende Gewebe entzünden und das Implantat lockern, wie es bei natürlichen Zähnen auch vorkommt. Diese Bereitschaft zur Hygiene darf niemals nachlassen! Genauso wichtig ist eine regelmäßige zahnärztliche Nachsorge und Professionelle Zahnreinigung mit Prophylaxe in der Regel 2 mal im Jahr. Jeder Patient sollte sich im Klaren sein, weshalb Zähne verloren gingen, die durch Implantate ersetzt werden mussten. Durch rechtzeitige Kontrolle und prophylaktische Maßnahmen ist Zahn- und Implantat verlust in den meisten Fällen zu verhindern!

 
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